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Bindung & Fluktuation

Sie merken es, bevor die Kündigung kommt.

Wer kündigt, hat innerlich meist Monate vorher abgeschlossen. In dieser Zeit ändert sich messbar etwas — nur sieht es niemand, weil niemand danach schaut.

Kummerkasten rechnet sechs Kennzahlen aus Ihren eigenen Rückmeldungen zu einem Signal zusammen und sagt Ihnen, wenn die Bindung nachlässt. Nicht als Bauchgefühl, sondern als Zahl, die Sie in der Geschäftsführungsrunde zeigen können.

6
Kennzahlen fließen in das Signal — von der Stimmungsentwicklung bis zur Weiterempfehlung
4
eingebaute Bremsen, damit aus einem schlechten Monat kein Fehlalarm wird
2
Zeiträume muss ein Befund bestätigt sein, bevor das Signal auf „erhöht" springt
0
Auswertungen nach Person oder Rolle — bewertet wird die Lage, nie ein Mensch

Das eigentliche Problem

Das Austrittsgespräch kommt drei Monate zu spät

Im Austrittsgespräch erfahren Sie endlich, was schiefgelaufen ist: der Schichtplan, die fehlende Anerkennung, der Vorgesetzte, die ausbleibende Perspektive. Nur nützt Ihnen die Antwort dann nichts mehr — die Entscheidung ist längst gefallen, oft Monate vorher.

Der Weg dorthin verläuft fast immer gleich: Erst sinkt die Stimmung leise. Dann häufen sich bestimmte Themen. Dann sagt jemand in der Umfrage, er würde den Betrieb nicht mehr weiterempfehlen. Und irgendwann beteiligt sich die Person gar nicht mehr, weil sie innerlich abgeschlossen hat. Jedes dieser Signale ist für sich unauffällig. Zusammen ergeben sie ein Muster.

  • Ein ungewollter Weggang kostet 90 bis 200 Prozent des Bruttojahresgehalts – so ist gerechnet
  • Die Gründe stehen fast immer schon Monate vorher in den Rückmeldungen
  • Wer früh reagiert, führt ein Gespräch — wer spät reagiert, führt eine Nachbesetzung
Führungskraft sieht am Laptop den Stimmungsverlauf der letzten Monate

Die sechs Kennzahlen

Woraus das Signal entsteht

Keine davon reicht allein. Genau deshalb werden sie zusammengerechnet — ein einzelner Ausschlag ist Rauschen, drei gleichzeitig sind ein Muster.

Stimmungs-Trend

Wie sich die Stimmung über die Monate entwickelt — nicht der Stand von heute, sondern die Richtung. Ein Betrieb mit mittelmäßiger, aber stabiler Stimmung ist ruhiger als einer, der von gut auf mittel rutscht.

  • Verlauf statt Momentaufnahme
  • Monatswert erst ab genügend Rückmeldungen
  • Vergleich mit der Vorperiode

Anteil kritischer Rückmeldungen

Wie groß der Teil ist, der klar unzufrieden oder frustriert antwortet. Steigt dieser Anteil, während der Durchschnitt noch normal aussieht, ist das der Frühindikator.

Weiterempfehlung (eNPS)

Die Frage „Würden Sie uns als Arbeitgeber empfehlen?" ist der ehrlichste Einzelwert, den es gibt. Ihr Verfall geht Kündigungen regelmäßig voraus.

Bindungsrelevante Themen

Sieben Themen zählen besonders: Führung, Überlastung, Wertschätzung, Vergütung, Perspektive, Fluktuation sowie Schichtplan und Vereinbarkeit. Häufen sie sich, schlägt der Indikator an — aber erst über einer Mindestmenge, damit aus zwei Nennungen kein Trend wird.

Beteiligung

Wenn Leute aufhören zu antworten, ist das selten Zeitmangel. Ein deutlicher Rückgang der Beteiligung zählt deshalb als eigenes Warnzeichen.

Bestätigte Eskalationen

Rückmeldungen mit ernstem Inhalt, die eine zweite Prüfung bestanden haben. Sie wiegen schwerer als alles andere.

Warum Sie dem Signal trauen können

Vier Bremsen gegen Fehlalarme

Der teuerste Fehler wäre eine rote Warnung, die sich als Ausreißermonat entpuppt. Nach dem zweiten Fehlalarm schaut niemand mehr hin. Deshalb ist das Signal absichtlich träge.

01

Genug Daten, sonst kein Urteil

Es braucht eine Mindestmenge an Rückmeldungen in der aktuellen und in der Vergleichsperiode, dazu mindestens drei Monate Verlauf. Fehlt das, steht dort „Noch zu wenig Verlauf" — ausdrücklich nicht grün. Ein grünes Signal ohne Datengrundlage würde Sie in Sicherheit wiegen, wo gar nichts gemessen wurde.

02

Bestätigung über zwei Zeiträume

Auf „erhöht" springt das Signal nur, wenn es schon im Zeitraum davor über der Schwelle lag. Ein einzelner schlechter Monat — Grippewelle, Großauftrag, Umzug — bleibt „beobachten".

03

Mehrere Kennzahlen gleichzeitig

Mindestens zwei eigenständige Indikatoren müssen ausschlagen. Ein einzelner Ausschlag reicht nie — sonst würde jede unruhige Woche zum Alarm.

04

Mindestgröße statt Prozent-Illusion

Relative Anstiege zählen erst über einer absoluten Basis. Von zwei auf drei Nennungen sind rechnerisch fünfzig Prozent — aber kein Trend.

Und was das Signal bewusst nicht tut

Es verschickt keine Warn-Mail. Das Signal steht in Ihrer Auswertung, und Sie sehen es, wenn Sie hinschauen. Eine automatische Mail an die Geschäftsführung wäre der schnellste Weg, aus einem statistischen Hinweis eine Personaldebatte zu machen — und ein Fehlalarm auf diesem Weg kostet mehr Vertrauen, als die ganze Funktion einbringt.

Es bewertet außerdem nie einzelne Menschen. Es gibt keine Auswertungsdimension „Person" oder „Rolle", auch nicht verschlüsselt. Ausgewertet wird nach Bereich und Thema, und jede Zeile muss die Mindestmenge erreichen. Eine Rangliste von Führungskräften wäre mitbestimmungspflichtig und würde in kleinen Einheiten die Anonymität brechen.

Von der Zahl zur Handlung

Ein Signal, mit dem man etwas anfangen kann

Ein Warnsignal ohne Handlungsmöglichkeit ist nur Stress. Deshalb steht neben dem Signal immer, welche Kennzahlen ausgeschlagen haben und welche Themen dahinterstehen — und der Weg zur Maßnahme ist einen Klick entfernt.

  • Sie sehen, welche Themen sich häufen — nicht nur, dass etwas nicht stimmt
  • Sie können anonym nachfragen — über den Fallcode-Rückkanal, ohne die Person zu kennen
  • Sie halten fest, was Sie tun — im Maßnahmen-Board, sichtbar für das Team
  • Sie sehen im nächsten Monat, ob es gewirkt hat — derselbe Verlauf, dieselben Kennzahlen
Mittelständischer Inhaber liest den ausgedruckten Monats-Report

Häufige Fragen

Was Entscheider dazu fragen

Kann die Software vorhersagen, wer kündigt?
Nein, und das wäre auch nicht zulässig. Es gibt keine Auswertung nach Person oder Rolle — auch nicht in verschlüsselter Form. Das Signal bewertet die Lage im Betrieb oder in einem Bereich, nie einen einzelnen Menschen. Wer eine Software sucht, die Namen auf eine Risikoliste setzt, ist hier falsch — eine solche Liste wäre mitbestimmungspflichtig und in kleinen Einheiten ein Anonymitätsbruch.
Wie schnell schlägt die Frühwarnung an?
Bewusst nicht sofort. „Erhöht" entsteht erst, wenn das Signal in zwei aufeinanderfolgenden Zeiträumen über der Schwelle liegt, mindestens zwei unabhängige Kennzahlen ausschlagen und genügend Rückmeldungen vorliegen. Ein einzelner schlechter Monat bleibt „beobachten".
Bekomme ich eine Warn-Mail?
Nein. Das Signal steht in der Auswertung im Dashboard. Eine automatische Warn-Mail ist bewusst abgeschaltet: Ein Fehlalarm, der ungefiltert in der Geschäftsführung landet, kostet mehr Vertrauen, als die Funktion einbringt.
Was passiert bei zu wenigen Rückmeldungen?
Dann steht dort „Noch zu wenig Verlauf" — ausdrücklich nicht grün. Ein grünes Signal ohne Datengrundlage würde in Sicherheit wiegen, wo gar nichts gemessen wurde. Auch das ist eine Information: Sie wissen dann, dass Sie erst mehr Beteiligung brauchen.
In welchem Tarif ist das enthalten?
Ab Starter. Die Frühwarnung braucht keine KI-Auswertung, sondern rechnet mit Ihren eigenen Zahlen. Was welcher Tarif sonst enthält, steht auf der Preisseite.

Fangen Sie an, bevor der erste geht

Vierzehn Tage reichen, um zu sehen, ob Ihre Leute etwas zu sagen haben.
Der Verlauf entsteht danach von allein.

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